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Bahnen ohne Ach und Weh

Orientierungslaufen hält fit bis ins hohe Alter und kann jede Menge Spaß machen, wenn die Bahnleger/innen einige wichtige Grundregeln beachten.
Worauf besonders zu achten ist, hat Ernst Bonek in einem Dokument zusammengefasst, das auf der ÖFOL-Website  verfügbar ist.
Ernst Bonek

Wer jemals an einer Senioren-Weltmeisterschaft teilgenommen hat, weiß, mit wie viel Begeisterung, Leidenschaft und Ehrgeiz bis zu Hundertjährige (!) an Orientierungslauf-Bewerben teilnehmen.

Dennoch kann nicht ignoriert werden, dass die Anforderungen an Körper und Kopf mit zunehmendem Alter steigen.

  • Verschleißerscheinungen in den Gelenken können zu Arthrosen in Knie, Hüften und Sprunggelenken führen.
  • Auch die Wirbelsäule altert. Die Bandscheiben schrumpfen und verlieren an Elastizität, Bänder lockern sich, die Wirbelsäule ist nicht mehr so stabil wie in jungen Jahren.
  • Das Herz, auch wenn man es jahrzehntelang durch Sport fit gehalten hat, pumpt das Blut nicht mehr so effektiv durch den Körper wie früher.
  • Die Sehleistung lässt nach.
  • Andere Erkrankungen, die sich im Laufe der Zeit leider einstellen, schränken die Leistungsfähigkeit ein.
Auch kognitiv schreiten Abbauprozesse voran. "Die Wahrnehmung wird reduziert, das Wahrgenommene kann nicht mehr richtig eingeordnet werden", sagt Ernst Bonek.

Überraschende Erkenntnis: "Ab 60 musst du OL neu lernen!"

Das Einnorden der Karte, das Abschätzen von Entfernungen, das Vergleichen von Routenwahlen - alles, was erfahrene Orientierungsläufer/innen von Kind an beinahe automatisch durchführten, klappt im höheren Alter nicht mehr so selbstverständlich und muss ganz bewusst neu eingeübt werden.

Die körperlichen und mentalen Einschränkungen im höheren Alter nehmen von Jahr zu Jahr zu. "Ob du 40 oder 43 Jahre alt bist, macht bei deinen OL-Leistungen keinen großen Unterschied. Aber von 70 auf 71 kann sich sehr viel ändern", sagt Ernst Bonek.

Wichtig für Senioren-Bahnen

Selbstverständlich will man aber auch mit 70, 71, mit 80 und 81 und weit darüber hinaus nicht auf den Lieblingssport verzichten. Umso wichtiger ist es, dass Bahnleger/innen über die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren Bescheid wissen und für die Alterskategorien ab H/D65- Bahnen legen, die sich an den folgenden Kriterien orientieren:

  • Keine steilen Bergab-Passagen für die Kategorien D/H65- und älter. (Bergauf ist auch unangenehm, aber steil bergab ist wirklich schlimm!)
  • Keinen überhöhten Startplatz wählen - besser einen zweiten Start für Kinder und Senioren einplanen
  • Für jede Alterskategorie eine eigene Bahn! Nicht H80 mit H75 zusammenlegen, nicht D70 mit D65 und schon gar nicht die D/H14- mit den Senioren/Seniorinnen Bahnen!
  • Keine trivialen Postenstandorte wählen!
Bitte nicht vergessen: Seniorinnen und Senioren wollen in Bezug auf ihre Orientierungsleistungen gefordert werden. Die technische Schwierigkeit der Seniorenbahnen darf sich daher ruhig an der Elite orientieren, allerdings sollten die Bahnen möglichst nicht durch unwegsames Gelände geführt werden.

Und noch ein Tipp: Wege sind eine willkommene Alternative zu einer ruppigen, steilen Geländepassage, allerdings nur, wenn sie wirklich belaufbar sind! Loses Geröll oder holpriges Gestein machen ein Laufen unmöglich.

Ernst Boneks Appell an die Bahnleger/innen:

"Auch ihr wollt OL bis ans Lebensende betreiben, oder?
Also, machen wir den Senior(inn)en das OL-Leben angenehmer z.B. durch
– getrennte Bahnen,
– Verteilen der Abwärts-Höhenmeter,
– belaufbare Wege,
– 2. Startplatz in steilem Gelände ,
aber technisch sehr anspruchsvoll."

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