Direkt zum Hauptbereich

Covid-19-Erkrankung und Sport: Was ist zu beachten?

Sportmediziner/innen empfehlen, eine Covid-19-Erkrankung gründlich auszukurieren. Steigt man nach einer Covid-19-Infektion zu früh ins Training ein, könnten Komplikationen und Schäden wie z. B. Vernarbungen an der Lunge oder eine Herzmuskelentzündung drohen.

Je nach Krankheitsverlauf von asymptomatisch über mild bis schwer muss eine Sportpause eingehalten werden, die von der Dauer der Quarantäne bis zu einigen Wochen reicht.

Auch bei einem leichten Krankheitsverlauf sollte die vollständige Genesung abgewartet werden, bevor wieder mit dem Training begonnen wird.

Vor dem Wiedereinstieg ins Training sollte eine sportmedizinische Untersuchung erfolgen, die neben einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung auch das Abklären der Laborwerte, eine Spirometrie, ein Ruhe-EKG, nach schwereren Krankheitsverläufen auch eine Echokardiographie und ein Belastungs-EKG umfasst.

Infoblatt: Wiedereinstieg ins Training

Eine Empfehlung für die Rückkehr zum Sport nach Covid-19 haben die sportmedizinischen Zentren Wien, Salzburg und Innsbruck veröffentlicht.
Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Scharhag, Prim. Univ.-Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer, MBA, und Prim. Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang Schobersberger ließen in diese Empfehlung den aktuellen sportmedizinischen Wissensstand zu Covid-19 einfließen.

Sportmedizinerin Dr. Ana Laginja, ehemalige Verbandsärztin des Österreichischen Fachverbandes für Orientierungslauf, gibt zu bedenken, dass über die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung noch wenig bekannt ist.

Erscheinungsformen und Infektionswege

"Bei den meisten infizierten Menschen sind die Erscheinungsformen mild", erklärte Dr. Laginja. Leider kann eine Covid-19-Infektion aber auch schwer verlaufen und sogar zum Tod führen.

Die Viruslast sei, so Dr. Laginja, in der ersten Woche der Infektion hoch, dann nehme sie allmählich ab. Antikörper seien ab dem 14. Tag nach einer Infektion nachweisbar. 

Das Covid-19-Virus wird überwiegend durch infizierte Atemtröpfchen übertragen, die über die oberen Atemwege ausgestoßen werden. Befindet man sich länger als 15 Minuten von Angesicht zu Angesicht mit einer infizierten Person, so ist das Infektionsrisiko hoch. Die WHO empfiehlt, grundsätzlich zwei Meter Abstand zu halten.

Über Aerosole, die längere Zeit in der Luft schweben, kann auch eine Infektion über größere Abstände hinweg erfolgen. "Deshalb ist Lüften so wichtig", sagt Dr. Laginja.

Beim Sport: Noch mehr Abstand halten!

Wird gemeinsam Sport betrieben, so bestehe die Gefahr, dass sich im Windschatten hinter einem Athleten/einer Athletin infizierte Tröpfchen aus der Atemluft befinden.

"Man sollte daher versuchen, aus dem Windschatten herauszutreten", empfiehlt Dr. Laginja.

Sie empfiehlt beim Sport einen Mindestabstand von vier bis fünf Metern, beim Laufen zehn Meter, beim schnellen Radfahren sogar 25 Meter. Und man sollte darauf achten, nicht unmittelbar hintereinander sondern räumlich versetzt zu laufen oder Rad zu fahren.

Wie wird Covid-19 behandelt?

Eine Therapie, die allen Covid-19-Erkrankten hilft, wurde noch nicht gefunden. Für Patienten, die nicht ins Spital eingewiesen werden müssen, steht eine Linderung der Symptome im Vordergrund.

Dr. Laginja empfiehlt Erkrankten, mittels geeigneter Präparate das Fieber zu senken, viel zu trinken, vitaminreiche Kost zu essen und sich ausreichend Ruhe zu gönnen.

Anstelle des fiebersenkenden und schmerzstillenden Medikaments Ibuprofen sollte - so die derzeitige Empfehlung - auf Paracetamol ausgewichen werden.

Das richtige Maß finden

Leistungssportlern empfiehlt die Sportmedizinerin, bei asymptomatischen Krankheitsverläufen auch während der Quarantäne zuhause ein leichtes Training durchzuführen, weil es ansonsten zu einem "Abtrainings-Effekt" kommen kann, was den Wiedereinstieg in den Sport erschwert.

Selbst bei einer leichten Erkrankung sollte jedoch bis zur vollen Genesung kein Training erfolgen.

Der Einstieg erfolgt nach Abklingen der Symptome mit einem leichten Ausdauertraining.

Bei schwereren Verläufen mit Husten und Fieber können bis zur völligen Genesung zwei bis vier Wochen vergehen.

"Nicht selten kommt es zu einer kardialen Mitbeteiligung. Dann droht die Gefahr einer Herzmuskelentzündung", warnt Dr. Laginja.

Ein Ruhe-EKG nach Abklingen der Covid-19-Symptome kann Klarheit verschaffen. "Bei kardialer Beteiligung sollte eine drei- bis sechsmonatige Trainingspause eingehalten werden", sagt die Sportmedizinerin.

Selbst bei milden Krankheitsverläufen kann nach Abklingen der Symptome eine Lungenembolie auftreten, weil das Gerinnungssystem beeinträchtigt ist und während der Krankheitsphase zu wenig Bewegung gemacht wurde.

Bei Atemnot sollte daher sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Verläuft die Krankheit so schwer, dass eine Einweisung ins Spital erfolgen musst, so sollte nach Genesung mit einem Sportkardiologen ein individueller Sportplan ausgearbeitet werden.

Welches Training ist sinnvoll?

Der Wiedereinstieg ins Bewegungsprogramm erfolgt vorsichtig: Man bewegt sich durch die Wohnung, führt Stretching-Übungen für die Durchblutung aus.

Bei leichten und mittelschweren Krankheitsverläufen ist nach Genesung ein Bewegungsprogramm und ein leichtes Krafttraining sinnvoll, bevor mit dem Ausdauertraining begonnen wird.

Auf die Psyche achten

Die psychischen Belastungen einer Covid-19-Erkrankung sollten nicht unterschätzt werden.

Dr. Laginja empfiehlt, den Kontakt zu den Sportkollegen nicht abreißen zu lassen und sich nach der Erkrankung Hilfe zu holen, wenn man sich psychisch belastet fühlt.

Kommentare

Beliebte Postbeiträge

Ski-O Simulation zu Hause

Corona-Quarantäne und die Ski-O-Saison steht bevor! Der Lock-Down und unter Umständen sogar ein Quarantänebescheid haben unsere Trainingsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt. Doch der Winter kommt bestimmt. Ich durfte sogar bei meinem REHA-Aufenthalt im NRZ Rosenhügel in Wien 4 Wochen lang das sehr beengte Areal nicht verlassen. Aber ich war dennoch in einigen bekannten Ski-O-Gebieten in Österreich und habe „dort trainiert“, denn in Vorahnung, was mich erwartet, war ich gut vorbereitet: Man nehme einige Ski-O-Karten aus dem Karten-Abo. Entweder mit eingezeichneten Wettkampf-Bahnen oder man übt sich gleich im Bahnplanen und zeichnet selbst gefinkelte Bahnen ein. Für das Krafttraining mit Visualisierung nimmt man 2 Therabänder, die man an einem Geländer befestigt zum Armziehen. Diese sollten 2 verschiedene Stärken haben (zB rot für den Armzug bergauf und blau für die Ebene). Die Musterkarte auf einer Seite ablegen, auf der anderen Seite ein Block mit weißem Papier und ein Kugel

Ernährung als Basis des sportlichen Erfolgs

Wer im Training und im Wettkampf Höchstleistungen abrufen möchte, sollte sich bewusst sportspezifisch ernähren. Wie das am besten funktioniert, erklärte Mag. Isabella Grabner-Wollek , als Ernährungswissenschafterin für Leistungssport Austria tätig, bei einem Webinar für die ÖFOL-Kader-Athletinnen/Athleten, Eltern der Nachwuchssportler und interessierte Hobbysportler/innen. Mehr als 30 Personen nahmen an dem Onlinetermin (30. April 2020) teil. Hier sind die wichtigsten Informationen kurz zusammengefasst. Vor dem Training Steht ein Training an, so sollte man mit gut gefüllten Spcichern starten. 1. Flüssigkeit 2-4 Stunden vor der Belastung sollte man 5-10 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht zu sich nehmen. 10 Minuten vor der Belastung sollte man weitere 150 ml Flüssigkeit trinken. Die Getränke sollten Salz enthalten, weil dadurch die Flüssigkeit besser aufgenommen wird und der Salzverlust durch Schwitzen bereits vorbeugend ausgeglichen wird. Geeignet sind: Wasser Stilles Mi